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Windlicht basteln mit Naturmaterialien: Schritt für Schritt zur rustikalen Lichtatmosphäre

Lerne, wie du wunderschöne Windlichter mit Naturmaterialien selbst bastelst. Einfache Anleitungen für Anfänger, kreative Varianten und Ideen zum Upcycling.

Anfänger 30-45 Minuten pro Windlicht gering (unter 5 EUR pro Windlicht)
Windlicht basteln mit Naturmaterialien: Schritt für Schritt zur rustikalen Lichtatmosphäre
Inhalt dieser Anleitung

Der Duft von Kerzen, flackerndes Licht, das sich in Glaskanten spiegelt: Ein schönes Windlicht schafft sofort Atmosphäre. Das Beste? Du kannst Windlichter basteln mit allem, was dir die Natur vor die Füße legt. Alte Gläser, Trockenblumen aus dem Garten, Moos vom letzten Waldspaziergang, verwelkte Gräser: All das wird zu rustikalen Unikaten, die du stolz anzünden kannst.

Diese Anleitung zeigt dir mehrere Wege, wie du Windlichter selbst machen kannst. Vom klassischen Glas-Windlicht mit Transparentpapier über verspielte Salz-Effekte bis hin zu leichten Varianten für Kinder. Alle Projekte brauchen wenig Zeit, noch weniger Geld und jedes Windlicht wird anders. Das ist die Schönheit von Handgemachtem.

Fertige Windlichter in verschiedenen Naturmaterial-Varianten, stimmungsvoll bei Kerzenschein arrangiert

Windlicht basteln: Das brauchst du

Bevor du startest, sammelst du am besten deine Materialien. Die gute Nachricht: Vieles hast du vermutlich schon zu Hause oder findest es im nächsten Wald.

Grundlagen:

  • Glasgefäße oder alte Teelichtgläser (bitte spülen und trocknen)
  • Kleber: Heißklebepistole, Pattex oder doppelseitiges Klebeband
  • Schere und scharfes Messer
  • Teelichter oder Stumpenkerzen

Für die Papier-Variante:

  • Transparentpapier, Butterbrotpapier oder dünnes Packpapier
  • Eventuell Acrylfarben zum Färben

Für die Material-Variante:

  • Trockenblumen: Rosen, Kornblumen, Schleierkraut, Statice
  • Trockengräser: Pampasgras, Haferrispen, Lagurus
  • Moos (Waldmoos oder Sphagnummoos)
  • Kleine Holzscheiben oder Baumrinde
  • Naturschnüre in Jute, Flachs oder Wolle

Optional für Extra-Effekte:

  • Salz oder feiner Sand
  • Glitter oder Mica-Puder
  • Federn, kleine Steine, Muscheln

Materialflatlay: Gläser, Papier, Trockenblumen, Moos und Naturschnüre übersichtlich arrangiert auf Leinentuch

Basis-Variante: Windlicht mit Glas und Trockenblumen

Dies ist die klassische Einstiegs-Methode. Sie funktioniert immer und sieht wunderbar aus. Du brauchst ein sauberes Glas, etwas Kleber und eine Handvoll Trockenblumen.

Schritt 1: Glas vorbereiten

Spüle dein Glas gründlich ab und trockne es komplett. Fett- oder Wasserflecken verhindern, dass der Kleber richtig hält. Am besten mit einem fusselfreien Tuch nachwischen.

Schritt 2: Kleber dünn auftragen

Trage eine dünne Schicht Kleber auf die Außenseite des Glases auf. Nicht das ganze Glas einschmieren, sondern gezielt dort, wo du deine Blüten platzieren willst. Bei Heißkleber arbeitest du in kleinen Punkten, bei Pattex mit einer dünnen Linie.

Schritt 3: Trockenblumen und Gräser andrücken

Nimm deine Blüten und drücke sie sanft auf die Klebefläche. Beginne mit den größeren Elementen und arbeite dich zu den feinen Details vor. Eine getrocknete Rose als Ankerpunkt, drumherum ein paar Gräser und Schleierkraut. Nicht symmetrisch arrangieren, eher zufällig verteilt, so wie die Natur es auch machen würde.

Schritt 4: Juteschnur umwickeln

Wickle Juteschnur oder Wollgarn zwei- bis dreimal um das Glas, knapp über oder unter der Blüten-Arrangement. Das hält zusätzlich und gibt dem Ganzen einen rustikalen Rahmen. Verknote die Schnur auf der Rückseite.

Schritt 5: Teelicht rein und genießen

Stelle ein Teelicht rein, zünde es an und staune. Das Licht bricht durch die Blütenblätter und lässt alles von innen warm leuchten. Jedes Windlicht wird einzigartig, weil jede Blüte anders ausfällt.

Schritt-für-Schritt: Trockenblumen werden auf Glaswindlicht geklebt

Fertiges Windlicht mit Trockenblumen, von innen beleuchtet, warmes Abendlicht

Variante: Transparentpapier und Aquarell-Effekte

Wenn du malerisch veranlagt bist, versuch es mit dieser Technik. Das Transparentpapier wird zur Leinwand.

So geht’s: Miss die Höhe deines Glases ab und schneide das Transparentpapier so zu, dass es einmal darum passt, mit etwa 2 cm Überstand zum Überlappen. Jetzt hast du zwei Möglichkeiten: Du bemalst das Papier mit Aquarellfarben oder Acrylfarben in zarten Tönen, lässt die Farben ineinanderlaufen und trocknest es flach auf einem Tuch. Oder du lässt das Papier schlicht weiß für ein dezentes, warmes Leuchten.

Wickle das trockene Papier straff ums Glas und klebe den Überstand mit doppelseitigem Klebeband fest. Achte darauf, dass keine Luftblasen entstehen. Für einen Mixed-Media-Effekt klebst du zusätzlich Trockenblumen oder gepresste Blätter auf die Außenseite des Papiers.

Das Ergebnis: Wenn die Kerze brennt, scheint das farbige Licht hindurch. Es wirkt wie eine kleine Laterne, nicht wie bemalter Schnickschnack. Besonders schön in Salbeigrün, Terrakotta oder Gold.

Fertiges Aquarell-Windlicht mit sanften Grün- und Goldtönen, leuchtend von innen

Variante: Salz und Schimmer-Effekte

Diese Variante ist märchenhaft und braucht kaum Vorbereitung. Perfekt, wenn du wenig Material hast, aber trotzdem etwas Besonderes willst.

Trage eine dünne Schicht Kleber auf die Außenseite deines Glases auf. Streue grobes Meersalz im Zufallsmuster darüber, solange der Kleber noch feucht ist. Drücke die Kristalle sanft an. Für Extra-Funkeln mischst du feinen Glitter unter das Salz, bevor du es aufstreust.

Zwischen den Salzkristallen kannst du einzelne Trockenblumen oder kleine Moosstücke platzieren, die dann aus dem Kristallmeer hervorlugen. Lass alles gut trocknen, mindestens eine Stunde.

Wenn du dann ein Teelicht reinstellt und es anzündest, bricht das Licht durch die Salzkristalle und erzeugt ein sanftes Funkeln. Perfekt für die dunklen Monate von November bis Februar.

Windlicht mit Salzeffekt und Glitter, leuchtend von innen mit sichtbaren Lichtreflexen

Windlichter basteln mit Kindern

Kinder lieben dieses Projekt. Es ist kreativ, macht sofort Spaß und das Ergebnis leuchtet am Ende. Hier sind drei Schwierigkeitsstufen für kleine Hände.

Leicht (ab 4 Jahren): Seidenpapier-Mosaik

Reißt buntes Seidenpapier in kleine Stücke. Die Kinder bestreichen das Glas mit Kleister und kleben die Papierstücke rundherum. Das Durcheinander ist das Schöne: Je bunter und wilder, desto besser. Wenn alles trocken ist, leuchtet das Windlicht wie ein buntes Kirchenfenster.

Mittel (ab 6 Jahren): Natur-Collage

Ein Kind schneidet Transparentpapier zurecht, die anderen sammeln kleine Trockenblumen, Gräser und Blätter. Alle kleben gemeinsam drauflos. Dann ums Glas wickeln, Teelicht rein. Jedes Windlicht erzählt eine andere Geschichte.

Anspruchsvoller (ab 8 Jahren): Glas direkt bemalen

Ältere Kinder können mit Acrylmarkern oder Glasmalfarben direkt aufs Glas zeichnen. Kleine Szenen, Muster, Gesichter, Sterne. Die Farbe trocknet schnell und wäscht sich später ab, falls ihr das Glas mal umgestalten wollt.

Bitte denkt daran: Brennende Kerzen sind kein Spielzeug. Am besten LED-Teelichter verwenden, wenn die Windlichter im Kinderzimmer stehen sollen. Oder die Kerzen nur unter Aufsicht anzünden.

Buntes Kinder-Windlicht mit Seidenpapier-Mosaik und Trockenblumen

Saisonale Varianten für das ganze Jahr

Das Schöne an Windlichtern: Sie passen zu jeder Jahreszeit. Du tauschst einfach die Materialien und schon entsteht eine völlig neue Stimmung.

Frühling: Zarte Blüten wie Vergissmeinnicht, gepresste Gänseblümchen, helles Moos. Pastellfarben auf Transparentpapier. Das Licht soll hell und frisch wirken, wie der erste warme Tag im Jahr.

Sommer: Lavendelstängel, helle Gräser, Muscheln vom letzten Strandspaziergang. Ein Windlicht mit Muscheln bringt Urlaubsstimmung auf jeden Balkon. Goldenes Papier oder sogar Leinen als Umwicklung.

Herbst: Die Hochsaison für Windlichter. Getrocknete Rosenblüten, Hagebutten, bunte Herbstblätter, Eicheln und Holzscheiben als Unterlage. Terrakotta, Gold und warme Brauntöne. Mehrere Lagen für Tiefe und Fülle. Ein Herbst-Windlicht mit Moos und getrockneten Beeren ist Gemütlichkeit pur.

Winter und Weihnacht: Salz und Glitter für Schnee-Effekte, weiße Trockenblumen, Eukalyptus, getrocknete Orangenscheiben, Zimtstangen für Duft. Ein Windlicht zu Weihnachten mit Goldakzenten und Tannengrün gehört auf jeden festlich gedeckten Tisch.

Vier Windlichter nebeneinander, jedes in einer Jahreszeit dekoriert

Upcycling-Variante: Alten Gläsern neues Leben geben

Du brauchst nicht immer ein perfektes Windlicht-Glas kaufen. Alte Marmeladengläser, leere Einmachgläser, sogar gebrauchte Kerzengläser funktionieren wunderbar. Genau diese Alltagsgegenstände sind perfekt: Einfach ausspülen, trocknen, verzieren.

Besonders reizvoll: Gläser mit unterschiedlichen Formen und Größen kombinieren. Ein hohes schmales Gurkenglas neben einem bauchigen Marmeladenglas ergibt zusammen ein lebendiges Ensemble. Die Unregelmäßigkeit ist Absicht, nicht Mangel.

Dieser Ansatz kostet nichts und ist die beste Form von Nachhaltigkeit. Dinge, die normalerweise in der Tonne landen, werden zu leuchtenden Unikaten. Das ist auch die Philosophie von Meine Land-Art: Nicht Perfektion, sondern Charakter. Nicht Neukauf, sondern Neuerfindung.

Upcycling-Windlichter aus verschiedenen alten Gläsern, jedes mit anderen Naturmaterialien verziert

Tipps bei Problemen

Papier sitzt nicht straff: Heißkleber hält besser als flüssiger Kleber. Versuche auch doppelseitiges Klebeband: einen Streifen auf die Innenseite des Papiers kleben, dann ums Glas wickeln. Das sitzt bombenfest.

Trockenblumen bröckeln ab: Das passiert, wenn die Blüten zu alt oder zu trocken sind. Behandle sie vorher mit einem hauchzarten Sprühstoß Haarlack, das macht sie robuster. Und: Nicht zu oft anfassen.

Kerze flackert zu stark oder rußt: Verwende hochwertige Teelichter oder Bienenwachskerzen. Achte auf gute Belüftung, aber keinen direkten Zugwind. Wenn das Glas zu eng ist, bekommt die Flamme zu wenig Sauerstoff.

Material ist nicht perfekt genug: Großartig. Verbogene Blüten, vergilbte Blätter, moosige Rinden, genau das macht es rustikal. Nur sterile Perfektion langweilt. Jede Unebenheit erzählt eine Geschichte.

Kleber läuft aus und klebt überall: Weniger ist mehr. Eine dünne Linie reicht. Arbeite zügig und tupfe Überschüssiges sofort mit einem Zahnstocher ab.

Weiterführende Inspiration

Du magst Windlichter und möchtest mehr mit Naturmaterialien gestalten? Dann probiere als nächstes Kerzen verzieren mit Trockenblumen: ähnliche Materialien, andere Technik, genauso befriedigend.

Für den vollen Überblick über Trocknungsmethoden und Blütenwahl empfehle ich dir die Anleitung zum Blumen trocknen. Perfekt, um eigenes Material für deine nächsten Windlichter vorzubereiten.

Wenn du dein Material-Wissen vertiefen möchtest, findest du in unseren Materialien-Artikeln alles über Trockenblumen, Moos und Holz: von Herkunft über Ernte bis zur richtigen Lagerung.

Und wenn du ein Windlicht geschaffen hast, das dich stolz macht: Zeig es mir auf Instagram @meinelandart. Oder besuch mich freitags ab 16 Uhr im Hofladen in Freienthal, dort findest du auch fertige Windlichter und jede Menge Inspiration zum Anfassen.

Profi-Tipps

  • Windlichter am besten bei Dämmerung anzünden, wenn die Lichtwirkung am schönsten ist
  • Nicht alle Materialien müssen perfekt sein, Unebenheiten wirken rustikal und authentisch
  • Getrocknete Materialien vorsichtig lagern, damit sie nicht brechen
  • Brennende Kerzen immer im Auge behalten, bei Trockenblumen mindestens 2 cm Abstand einhalten
  • Mit Kindern alte Gläser upcyclen statt neue Gefäße zu kaufen