Filz
Filz basteln mit Nassfilzen und Trockenfilzen. Wolle von regionalen Brandenburger Schafbauern, plant-based Farbstoffe, nachhaltig und einzigartig handgefertigt.
Eigenschaften & Beschreibung
Filz ist der Klassiker der Wollverarbeitung: einfach und doch voller Möglichkeiten. Ob du eine robuste Herbstdeko basteln oder feinste Details modellieren möchtest, Filz bietet dir zwei völlig unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel.
Bei mir arbeitet Filz auf zwei Arten: mit Nassfilzen entstehen formstabile, robuste Stücke, die sich anfühlen wie handgesponnene Kunst. Mit Trockenfilzen schaffe ich feingliedrige Skulpturen, bei denen jeder Nadelstich zählt. Beide Techniken nutze ich bewusst je nach Projekt, und manche meiner schönsten Kränze sind eine Kombination aus beiden.
Nassfilzen: Hitze, Wasser und Rhythmus
Nassfilzen ist das traditionelle Handwerk, das schon seit Jahrtausenden existiert. Du legst Filzwolle (Roving) locker übereinander, benetzt sie mit heißem Wasser (~60°C) und etwas Naturseife, und dann—hier kommt die Magie—reibst du rhythmisch, drückst, rollst und bewässerst die Wolle immer wieder neu. Die Hitze öffnet die winzigen Schuppen jeder Wolllfaser, die Reibung verhakt sie ineinander, und aus lockeren Faserbüscheln entsteht ein dichtes, formstabiles Filzstück.
Die Schrumpfung liegt zwischen 20–30 %, manchmal auch bis 40 %, je nachdem wie fein oder robust deine Wolle ist. Mit Bergschaf-Wolle (um die 33 Mikron) kann ich diese Schrumpfung zuverlässig kalkulieren. Das ist wichtig: wenn ich ein Gesteck plane, muss ich von Anfang an wissen, wie viel kleiner es wird. Deshalb arbeite ich mit Mustern. Ein 10 cm breites Roving-Stück wird nach dem Filzen etwa 7–8 cm breit sein.
Die Wärme des Wassers ist entscheidend. Kaltes Wasser führt zwar auch zum Filz, dauert aber länger und braucht mehr Kraft. Mit 60°C geschieht die Verflechtung zügig und schonend. Ich achte darauf, die Temperatur während des Filzens zu halten, denn sobald das Wasser zu kühl wird, bremst die Arbeit aus.
Das Beste am Nassfilzen: Es braucht keine teuren Werkzeuge. Nur Wolle, Wasser, ein bisschen Naturseife, und deine Hände. Deshalb ist es perfekt für Workshops und zum Selbermachen.
Trockenfilzen: Präzision mit der Nadel
Trockenfilzen ist das Gegenteil: hier arbeitest du mit feinen Filznadeln (es gibt 18er, 32er, 38er Stärken, je nach Feinheit deines Ergebnisses), vollständig trocken. Die Nadeln haben winzige Widerhaken, die Wollsfasern erfassen und sie miteinander verhaken. Mit jeder Bewegung entstehen Strukturen, Details, feine Kanten.
Für Trockenfilzen brauchst du eine etwas robustere Wolle: mindestens 25 Mikron, besser 29–35 Mikron. Feine Merino (unter 23 Mikron) wird beim Nadelfilzen rutschig und zeigt zu viele Nadelspuren. Bergschaf-Wolle ist hier perfekt: grobfaserig genug, um schnell Volumen zu bekommen, aber immer noch samtig weich.
Trockenfilzen ist ideal für Nadelkissen, kleine Skulpturen, Miniatur-Figuren und überall dort, wo ich scharfe Kanten und präzise Formen brauche. Ein gefilztes Pilzchen, ein winziger Vogel, eine dezente Blüte für ein Gesteck—all das entsteht am leichtesten mit der Nadel.
Wolle von hier, Farben von der Natur
Meine Filzwolle kommt von regionalen Brandenburger Schafbauern. Es sind robuste Bergschaf-Rassen, teilweise auch Merino-Mischungen. Alles Sorten, die in unseren Breiten heimisch sind und bei kurzen Transportwegen optimal verarbeitet werden können. Das ist mehr als nur regional: Es ist authentisch, nachvollziehbar, lebendig.
Die Färbung mache ich mit plant-based Farbstoffen nach alter Tradition. Keine Chemikalien, keine Kunstfarben, nur natürliche Pigmente aus Pflanzen, die die Wolle in warme Creme-, Braun-, Grau- und ausdrucksstarke Bunttöne verwandeln.
Was du über Filz wissen solltest
Gefilzte Stücke sind erstaunlich langlebig. Sie sind von Natur aus wasser- und schmutzabweisend, denn das Wollsfett bleibt erhalten und macht das Material widerstandsfähig. Ein gut gepflegtes Filzstück hält 5+ Jahre ohne sichtbaren Verschleiß.
Sollte dein Filzstück mal verschmutzt sein, würde ich es lieber ausdampfen als waschen. Das ist schonender und bewahrt die Farbintensität. Falls Wasser nötig ist: lauwarm, sanft, sofort trocknen. Niemals heiß waschen oder lange einweichen, denn das führt zu unerwünschtem Schrumpfen.
Lagern solltest du Filz kühl, trocken und nicht luftdicht verschlossen. Luftdurchlässige Boxen sind ideal. Lavendelblüten oder Zedernholz als natürliche Mottenschutzmittel. Keine schweren Gegenstände darauf, sonst entstehen dauerhafte Knitterfalten.
Filz ist das Material für alle, die gerne mit den Händen arbeiten. Es verzeiht Anfänger, belohnt Geduld und schafft in wenigen Stunden etwas, das wie eine künstlerische Leistung aussieht. Genau das liebe ich daran.
Verarbeitung & Anwendung
Nassgefilzte Dekoration
Mit heißem Wasser, Seife und Bewegung entstehen formstabile Filzstücke, Figuren und flächige Gestecke. Perfekt für Kränze, Untersetzer und dreidimensionale Kunstobjekte, die eine robuste Struktur brauchen.
Trockengefilzte Skulpturen
Mit der Filznadel (18–38er Stärke) lassen sich präzise Details und fein modellierte Formen schaffen. Ideal für Miniatur-Dekofiguren, Nadelkissen und kleine Kunstwerke mit gestochen scharfen Konturen.
Filzwolle zum Selbermachen
Roving und Filzwolle in verschiedenen Feinheitsgraden für deine eigenen Projekte. Ob als Bastelbedarf für Herbstdeko oder als Material für kreative Workshops und Kurse.
Saisonale Gestecke
Nassgefilzte Elemente als Bestandteil von Herbst- und Wintergestecken, kombiniert mit Trockenblumen, Holz und anderen Naturmaterialien. Farblich abgestimmt auf aktuelle Saisontöne.
Filzwolle für Accessoires
Hochwertige Bergschaf- und Merino-Wolle zur Anfertigung von Mützen, Untersetzern und Taschen. Strapazierfähig, wasserfest und mit natürlicher Wärmeisolierung.
Nachhaltigkeit & Lagerung
Umweltverträglich
Wolle von regional ansässigen Brandenburger Schafbauern (kurze Transportwege). Vollständig biologisch abbaubar, keine Synthetik. Plant-based Färbung nach traditionellen Methoden. Nassfilzen benötigt nur Wasser und Naturseife, keine Chemikalien.
Richtige Lagerung
Kühl und trocken lagern, luftdurchlässig verpackt (nicht luftdicht). Vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, um Verfärbungen zu vermeiden. Lavendelblüten oder Zedernholz als natürlicher Mottenschutz. Keine schweren Gegenstände auf Filzstücken lagern, um Knitterfalten zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Nassfilzen und Trockenfilzen?
Beim Nassfilzen (auch Nass- oder Wasserfilzen genannt) wird Wolle mit heißem Wasser (~60°C), Seife und rhythmischer Bewegung verdichtet. Die Wollschuppen öffnen sich durch die Hitze und verhaken sich ineinander. Das entstehende Filzstück ist formstabil und robust. Beim Trockenfilzen nutzt man eine Filznadel mit feinen Widerhaken, die die Fasern mechanisch verschlingt. Diese Technik ist ideal für Details, kleine Skulpturen und Nadelkissen. Beide Techniken nutze ich je nach Projekt.
Wie viel schrumpft Wolle beim Filzen?
Die Schrumpfung liegt typischerweise zwischen 20–30 % beim Nassfilzen, in manchen Fällen bis 40–50 %, je nach Wolltyp, Faserfeinheit und Verarbeitungsdauer. Deshalb plane ich meine Projekte von Anfang an mit ein: ein Stück, das 10 cm breit startet, wird am Ende etwa 7–8 cm breit. Mit Bergschaf-Wolle (ca. 33 Mikron) erhalte ich zuverlässigere Schrumpfungswerte als mit feiner Merinowolle.
Welche Wollsorten verwendest du?
Hauptsächlich Wolle von regionalen Brandenburger Schafbauern, robuste Bergschaf-Rassen (29–35 Mikron) und teilweise feinere Merino-Wolle (20–26 Mikron). Bergschaf filzt wunderbar einfach und ergibt eine langlebige, rustikale Struktur, die perfekt zu meinem 'natürlich und rustikal'-Anspruch passt. Die Merino nutze ich für feinere, weichere Projekte. Alle Wolle färbe ich mit plant-based Farbstoffen.
Kann ich Filzstücke waschen?
Fertig gefilzte Stücke sind extrem robust, aber ich empfehle: Ganz schwach verschmutzte Stücke einfach ausdampfen. Das ist die sanfteste Methode. Falls notwendig, lauwarm mit Hand waschen und sofort trocknen. Heiße Wäsche und langes Einweichen können zu zusätzlichem Schrumpfen führen. Meine Filzstücke sind so robust, dass sie bei richtiger Lagerung und gelegentlichem Abstäuben jahrelang wie neu aussehen.
Wie dick wird das Filzstück beim Nassfilzen?
Die Enddicke hängt von der Wolle und der Verarbeitungsdauer ab. Mit einer Schicht Bergschaf-Roving entsteht nach gründlichem Filzen typischerweise ein 3–5 mm dickes Stück. Mit mehreren Schichten und intensiverem Filzen erreiche ich 8–10 mm Dicke. Bei meinen Dekorationsstücken nutze ich diese Variation bewusst, um Tiefenwirkung zu schaffen.
Wodurch unterscheidet sich Filzwolle von normalem Garn?
Filzwolle (Roving) ist nicht gezwirnt und liegt in langen, lockeren Fasern vor, ideal zum Verhaken beim Filzen. Normales Garn ist fest gedreht und würde beim Nassfilzen in sich zusammengezogen statt sich mit anderen Fasern zu verbinden. Trockengefilzte Nadeln verhaken sich in der offenen Faserstruktur des Rovings viel effizienter als in gezwirntem Garn.
Ist Filz umweltfreundlich?
Ja, Filz ist 100 % natürlich, biologisch abbaubar und entsteht ohne Chemikalien (nur Wasser, Seife, Reibung). Die Wolle kommt von regionalen Brandenburger Bauern, was lange Transportwege spart. Ich färbe ausschließlich mit plant-based Farbstoffen. Zudem ist fertig gefilzte Wolle extrem langlebig. Ein Filzstück hält 5+ Jahre, was den Produktionsaufwand rechtfertigt.