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Eigenschaften & Beschreibung

Ein Stoff mit Geschichte und Kreativität

Wenn ich morgens in die Werkstatt komme und Gips anrühre, freue ich mich über dieses uralte Material – seit Jahrtausenden nutzen Künstler und Handwerker Gips, um ihre Ideen in Form zu bringen. Ob in der Antike, in Barock-Schlössern oder in modernen Künstlerateliers: Gips ist unbegrenzt formbar, sofort einsatzbereit und verzeiht viel.

Für meine Arbeit ist Gips das ideale Material, um Dekofiguren zu schaffen, die sich authentisch anfühlen. Ein gegossenes Gipsgesicht auf einer Holzscheibe, umgeben von Trockenblumen und natürlichem Moos – das ist Unikat-Handwerk, das sich anfühlt wie Natur. Nicht industriell gepresst, nicht in China hergestellt, sondern hier bei uns gegossen, gefärbt, versiegelt. Eine Geschichte in jeder Figur.

Warum Gips für meine Dekoration?

Gips erlaubt mir, Formen zu denken und direkt umzusetzen. Will ich ein Vogelpaar, ein Herbstgesicht oder eine abstrakte Struktur? Mit Gips und einer einfachen Silikonform geht das schnell. Die feinen Oberflächen nehmen jede Acrylfarbe wunderbar an – und mit matten Farbtönen, Höhungen und dezenten Sprenkelungen entsteht der rustikale Look, der zu meiner Handwerks-Philosophie passt.

Das Beste: Gips wird nie langweilig. Durch die Verwendung verschiedener Gipstypen und Mold-Techniken entsteht jedes Mal ein neues Finish. Gips in Kombinationen mit meinen anderen Lieblings-Rohstoffen (Holz, Trockenblumen, Wolle, Keramik) verdichtet das Storytelling: natürlich, nachhaltig, einzigartig.

Das Handwerk: Gips anrühren und gießen

Der Prozess selbst ist meditativ. Wasser in die Schüssel, Gips langsam einstreuen – nie umgekehrt! – und rühren, bis die Mischung cremig ist wie dichter Pudding. Das Mischverhältnis ist entscheidend: 2 Teile Gips zu 1 Teil Wasser ist die Regel. Zu wenig Wasser = körnig, zu viel = schwach und dauerhaft nass. Die richtige Balance entsteht mit ein paar Versuchen.

Dann: Gießen in die Form, leicht klopfen, um Luftblasen zu vertreiben, und warten. In 30 Minuten fühlt sich der Gips warm an – das ist das Abbinden, die chemische Reaktion. Nach einer Stunde kann man vorsichtig entformen. Aber: Nicht zu ungeduldig sein! Mindestens 48 Stunden vor der Versiegelung trocknen lassen.

Farbe und Charakter: Versiegelung & Anstrich

Der Gips verlässt die Form weiß und neutral – fast anonym. Dann kommt die Künstlerin rein: Mit matten Acrylfarben, Pinseln und Zeit entsteht Charakter. Ich arbeite in Schichten: Erst eine dünne Grundierung, dann zwei, drei Lagen Farbe, dann – für robuste Objekte – eine klare Versiegelung.

Das Versiegeln ist wichtig: Mit Polyurethan oder hochwertigem Acryllack wird Gips widerstandsfähiger, kratzfest und haltbar. Für meine Nadelkissen im Hofladen ein Muss – die werden angefasst, und ich möchte, dass sie schön bleiben.

Nachhaltigkeit: Der natürliche Weg

Gips ist ein Naturstoff ohne Gift, ohne Kunststoff in der Verpackung (Papiersäcke!), und vollständig biologisch abbaubar. Reste aus meinem Atelier gehen nicht in den Müll – sie trocknen aus und werden kompostiert oder zu Strukturmaterial in Blumenbehältern. Das ist nachhaltiges Handwerk.

Ich beziehe meinen Gips von deutschen Lieferanten, die kurze Transportwege ermöglichen. Eine 10-kg-Säcke Modellgips kostet etwa 8–12 EUR und reicht lange – eine schöne, nachhaltige Investition in kreatives Machen.

Gips ist nicht nur Material – es ist der Anfang einer Geschichte.

Verarbeitung & Anwendung

Dekorative Figuren & Skulpturen

Gips ist mein Material der Wahl für handgegossene Dekorfiguren: kleine Vogelskulpturen, rustikale Gesichter, Adventsfiguren oder Tiere für saisonale Arrangements. Das feinporige Aushärten ermöglicht Details, die sich natürlich anfühlen – eine Alternative zum gekauften Massenprodukten. Kombiniert mit Holzscheiben, Trockenblumen und Moosbelägen entstehen einzigartige Unikate.

Gießformen & Abformtechnik

Mit Gips stelle ich Gießformen her, um wiederholt dieselbe Form zu gießen – ideal für kleine Serien ohne handwerkliche Wiederholung jeder einzelnen Figur. Die klassische Abformtechnik mit Gipsformen funktioniert verlässlich und erlaubt einfache Mold-Releases (Trennmittel). So entstehen konsistente, aber authentisch handgemachte Serien.

Kombinationen mit Naturmaterialien

Gips bildet die perfekte Ergänzung zu meinen anderen Rohstoffen: Ein gegossenes Gipsgesicht auf einem Holzscheibe mit Trockenblumenkranz, eine kleine Gipsfigur in einer Wolle-Gestaltung oder Gips als strukturgebende Basis in Winterdekorationen. Die Neutralität des weißen Gipses lässt Naturfarben strahlen.

Reliefs & Wanddekoration

Flache bis halbhohe Gipsreliefs entlang an Wänden oder zum Aufhängen. Mit einfachen Silikonmatrizen lassen sich organische Muster, Blattformen oder abstrakte Strukturen ausgießen. Versiegelt und angemalt entstehen kunstvolle, minimalistisch-rustikale Wandakzente.

Nadelkissen & Kleine Objekte

Handwerklich feingliedrige kleine Figuren, Nadelkissen mit gegossenen Details oder kleine Behälter mit gipsgeformtem Deckel – perfekt für das Sortiment der Hofladen. Gips im 100g–200g Bereich trocknet schnell und lässt sich einfach färben und versiegeln.

Nachhaltigkeit & Lagerung

Umweltverträglich

Gips ist ein natürlicher, ungiftiger Rohstoff ohne Plastikverpackung (Papiersäcke!). Abfallgips aus Gießen kann kompostiert oder recycelt werden – niedriger ökologischer Fußabdruck. Anders als Kunststoffe: vollständig biologisch abbaubar. Ich nutze lokale oder deutsche Lieferanten, um Transportwege zu minimieren.

Richtige Lagerung

Gips muss trocken, kühl und luftdicht gelagert werden – am besten in luftdichten Behältern (Kunststoffboxen, Gläsern mit Deckel) oder wiederverschlossenen Papiersäcken. Luftfeuchtigkeit über 60 % führt zu Verklumpung. Bei richtiger Lagerung beliebig lange haltbar. Angebrochene Säcke ins Trockene!

Häufig gestellte Fragen

Welchen Gips sollte ich wählen – Modellgips, Hartgips oder Alabastergips?

Für Dekofiguren und kunsthandwerkliche Arbeiten: **Modellgips** (auch Feinmodellgips). Hartgips ist zu grob für Details. Alabastergips ist zu weich und bruchempfindlich. Der Standard ist Modellgips mit Körnung 0–0,2 mm – das ergibt feine, glatte Oberflächen. Kosten: ~8–12 EUR pro kg, abhängig von Qualität und Lieferant.

Wie rühre ich Gips richtig an – Mischverhältnis Wasser zu Pulver?

Die Faustregel: **2 Teile Gips zu 1 Teil Wasser** (nach Gewicht), das ergibt die optimale creamy-Konsistenz. Für fließbarere Mischungen (z. B. bei dünneren Formen): 2 Teile Gips zu 1,3 Teilen Wasser. **Wichtig:** Immer Wasser erst in die Schüssel, dann Gips langsam einstreuen – nicht umgekehrt! Raumtemperatur-Wasser verwenden, kühl verlangsamt das Abbinden. Mit einem Spachtel oder Handrührgerät glatt verrühren, bis keine Klümpchen mehr sind – etwa 1–2 Minuten.

Wie lange dauert es, bis Gips abbindet und vollständig trocken ist?

**Abbindung:** 15–30 Minuten, dann fühlt sich die Oberfläche warm an und wird druckfest. Nach 45–60 Minuten kann man vorsichtig die Form entfernen. **Vollständige Trocknung:** 24–48 Stunden je nach Dicke und Raumklima. Ein 5 cm dicker Gipsblock braucht ~48 Stunden, dünnere Figuren ~24 Stunden. Tipp: Mit niedriger Luftfeuchtigkeit (unter 50 %) und Luftzirkulation trocknet es schneller. Zu warm (über 50 °C) schadet dem Gips.

Kann ich Gips draußen verwenden oder nur drinnen?

Reines Gips ist feuchteempfindlich und eignet sich **nicht für dauerhafte Außenbereiche** – Regen und Frost lassen es aufquellen und bröckeln. Aber: Mit mehrlagiger Polyurethan-Versiegelung oder hochwertigen Kunstharzlacken wird Gips bedingt wetterfest und kann für geschützte Bereiche (unter Dächern, Nischen) genutzt werden. Meine Empfehlung für robuste Outdoor-Deko: Holz oder Keramik statt Gips.

Wie versiegle und färbe ich Gips korrekt?

**Schritt 1 – Vorbereitung:** Gips muss vollständig trocken sein (mind. 48 Stunden). Mit feinem Schleifpapier (180er–220er Körnung) die Oberfläche leicht glätten, dann mit weichem Tuch abstauben. **Schritt 2 – Grundierung/Siegel:** Eine dünne Schicht Gips-Primer oder verdünnter Acryllack auftragen (50:50 mit Wasser). Das versperrt die Poren und verhindert, dass die Farbe ungleichmäßig einzieht. **Schritt 3 – Anstreichen:** 2–3 Lagen Acrylfarbe mit Pinsel auftragen, zwischen den Lagen trocknen lassen (15–30 Minuten). Matte Farben wirken rustikaler als glänzende. **Schritt 4 – Versiegelung:** Optional: Mit Acryl-Klarlack oder Polyurethan-Versiegelung abschließen für Haltbarkeit und Kratzfestigkeit. Ideal für Objekte, die oft angefasst werden.

Was sind typische Anfängerfehler beim Gips gießen?

**1. Zu viel Wasser:** Der häufigste Fehler! Zu wässrige Mischung führt zu längerer Trocknungszeit, schwächerer Stabilität und Porenbildung. **2. Zu schnell gießen:** Wenn die Mischung zu schnell abbindet (warmes Wasser, warme Raumtemperatur), ist sie nicht fließbar genug. Tipp: Kühl und zügig arbeiten. **3. Luftblasen nicht entfernen:** Gießform nach dem Gießen mehrmals leicht klopfen oder mit Vibrator arbeiten. **4. Falsche Gipssorte:** Gipsbeton oder Bauputz-Gips statt Modellgips ergeben raue, körnige Oberflächen. **5. Zu früh entformen:** Gips muss mind. 45–60 Min. durchgehärtet sein, sonst brechen dünne Stellen.

Kann ich Gips auch im Freien lagern?

Nein. Gips muss im trockenen Innenraum gelagert werden, idealerweise bei unter 50 % Luftfeuchtigkeit. Keller oder Schuppen sind nicht geeignet, wenn sie feucht sind. Ein verschlossenes Regal in der Werkstatt, Lagerraum oder Wohnbereich ist perfekt. Angebrochene Säcke in luftdichten Behältern (alte Konfitürengläser, Kunststoffboxen) lagern – Gips zieht Feuchtigkeit schnell an und verklumpt sonst irreversibel.

Wie entferne ich Gips-Reste aus Pinseln und Werkzeugen?

**Schnell:** Direkt nach dem Gießen alle Werkzeuge in Wasser tauchen, bevor Gips härtet – das erleichtert die Reinigung. Abgebundener Gips lässt sich mit warmem Wasser und einer weichen Bürste abschrubben. **Notfall:** Ein Wasserbad mit warmem Wasser + Seife über Nacht einweichen, dann mit Bürste oder Spachtel abbürsten. Kleine Gips-Mengen auf absorbierenden Schwämmen trocknen lassen und dann abbröseln. Pinsel regelmäßig spülen – getrocknetes Gips in Borsten wird sie hart und unbrauchbar.