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Eigenschaften & Beschreibung

Naturseife – die Essenz der Handwerkskunst

Wenn ich eine neue Seife anrühre, fühle ich mich jedes Mal aufs Neue verbunden mit einer uralten Handwerkskunst. Seife selbst herzustellen ist nicht kompliziert, aber es verlangt Respekt vor den Rohstoffen und dem chemischen Prozess, der dahintersteckt. Bei mir entsteht jede Seife im Kaltrührverfahren, dem sanftesten Weg, eine echte Naturseife zu machen.

Die meisten Menschen denken, Seife sei einfach nur Schaum. Aber wer schon mal eine handgemachte Naturseife in der Hand hält, spürt den Unterschied sofort: Die Schaummenge ist cremig und reichhaltig, nicht aggressiv. Die Haut fühlt sich nach dem Waschen weder spannt noch fettig an – sondern natürlich weich. Das Geheimnis liegt im Glycerin, das während des Verseifungsprozesses entsteht und in der Seife bleibt. Industrielle Seife wird dieses wertvolle Glycerin oft entzogen und separat verkauft.

Das Kaltrührverfahren – Schonend und wissenschaftlich präzise

Im Kaltrührverfahren mische ich die Öle bei nur 30–40 °C mit einer Natronlaugenlösung (Natriumhydroxid in Wasser). Die chemische Reaktion startet sofort: Die Öle (Triglyceride) reagieren mit der Lauge zu Seife (Natriumfettsäuren) und Glycerin. Diese Verseifung läuft nicht in Sekunden ab, sondern braucht 4 bis 8 Wochen.

Warum ist das besser? Ohne externe Hitze bleiben die wertvollen Bestandteile der Öle, die ätherischen Öle für den Duft und die Kräuter ihre Farben erhalten. Es entstehen keine Dämpfe, kein Abfall – nur reine, natürliche Seife. Die Masse wird gerührt, bis die sogenannte Trace eintritt (wenn eine Spur von Seife auf der Oberfläche kurz sichtbar bleibt), dann in Formen gegossen und darf Zeit haben zu reifen.

Öle und ihre Rollen – Mathematik trifft Handwerk

Eine gute Seife ist eine ausgewogene Ölmischung. Ich arbeite mit:

  • Olivenöl (35–40 %): Das cremige Öl, das sanft macht und die Seife lange stabil hält.
  • Kokosöl (20–25 %): Der Schaummacher – sorgt für reichlich Blasen und Reinigungskraft.
  • Sheabutter (10–15 %): Der Feuchtigkeitsspender, besonders wertvoll bei trockener Haut.
  • Rapsöl oder Weizenkeimöl (Rest): Für zusätzliche Stabilität und Nährstoffe.

Jedes Öl hat eine eigene Verseifungszahl (SAP-Wert). Das bedeutet: Olivenöl braucht weniger Natronlauge pro Gramm als Kokosöl. Mit genauen Rechnungen und einer Überfettung von 5 % – also gezielt weniger Lauge als chemisch nötig – stelle ich sicher, dass immer überschüssiges Öl in der Seife bleibt. Das macht sie cremig und ist besonders sanft zur Haut.

Die Sicherheit der Lauge – Respekt statt Angst

Natronlauge (NaOH) ist nicht ohne. Sie ist ätzend und kann Verbrennungen verursachen. Aber mit den richtigen Vorkehrungen ist sie absolut handhabbar. Ich trage beim Seifensieden Schutzbrille, dicke Gummihandschuhe und lange Ärmel, arbeite in einem gut belüfteten Bereich. Die oberste Regel: Lauge zu Wasser, niemals Wasser zu Lauge – das verhindert gefährliches Kochen und Spritzen. Nach vollständiger Verseifung und der richtigen Reifezeit ist die fertige Seife völlig neutral und sicher für die tägliche Körperpflege.

Die Kräuter – Garten trifft Kosmetik

Was meine Seifen besonders macht: Ich arbeite mit Kräutern aus dem eigenen Garten. Getrocknete Kamillenblüten bringen ein zartes Gelbgrün und beruhigen die Haut. Salbei wirkt leicht antibakteriell und gibt einen feinen Duft. Lavendel entspannt – nicht nur beim Waschen, sondern auch beim Duft. Manche Seifen verfeinere ich mit ätherischen Ölen wie Lavendelöl oder Teebaumöl. Alles in natürlicher Dosierung, ohne Synthetic Fragrance oder künstliche Farbstoffe.

Geduld ist Qualität

Nach dem Gießen ruhen die Seifen 24 Stunden in der Form. Dann werden sie geschnitten und zum Reifen an einen trockenen, luftigen Ort gestellt – mindestens 4 bis 6 Wochen, für Olivenölseifen gerne 8 bis 12 Wochen. Während dieser Zeit passiert die ganze Magie: Der pH-Wert sinkt (fertig ist die Seife bei pH 8–9, leicht basisch, aber hautverträglich), die restliche Feuchtigkeit verdunstet, die Seife wird fester und cremiger.

Viele Menschen denken, das ist lange. Aber jede Woche Reifezeit zahlt sich aus. Eine alte Seife – 3 Monate oder älter – schäumt feiner, hält länger, und die Haut liebt sie noch mehr.

Naturseife vs. alles andere

Im Supermarkt findest du „Naturseife", aber oft sind das nur Seifenstücke mit Palmöl, Chemikalien und Farballergenen. Echte Naturseife kommt ohne aus. Du brauchst nur: Öle, Wasser, Lauge, vielleicht Salz oder Aluminiumoxid für mehr Schaum – aber bei mir nicht nötig, weil echte Öle schon genug geben. Das Ergebnis ist Seife, die deiner Haut einfach gut tut. Keine Reizungen, kein Austrocknungseffekt, kein chemischer Nachgeschmack.

Und ja – jede Seife ist ein Unikat. Kleine Farbunterschiede, unterschiedliche Reifung je nach Jahreszeit, unterschiedliche Schaumdichte – das ist nicht ein Fehler, sondern das Zeichen echter Handwerkskunst.


Naturseife ist kein Luxus, sondern das, was deine Haut verdient. Rein, natürlich, von Hand gemacht – so wie alles, das Angela macht.

Verarbeitung & Anwendung

Gesichtsreinigung

Sanfte Reinigung auch für sensible Haut. Die natürlichen Öle wie Olivenöl und Kokosöl entfernen Verschmutzungen ohne die Haut zu reizen. Die im Kaltrührverfahren erhaltenen Glycerine wirken pflegend.

Körperpflege & Dusch

Cremige Schaum und hautfreundlicher pH-Wert machen die Seife ideal für die tägliche Körperpflege. Besonders bei trockener Haut und Ekzemen beliebt durch die Überfettung.

Handseife

In der Küche und im Badezimmer einsatzbar. Die antibakteriellen Kräuterzusätze wie Salbei unterstützen eine gründliche Reinigung ohne synthetische Zusatzstoffe.

Wellnessritual

Mit ätherischen Ölen und getrockneten Blüten wird die Naturseife zum Sinnerlebnis. Kamille beruhigt, Lavendel entspannt – echte Naturkosmetik für Körper und Geist.

Nachhaltigkeit & Lagerung

Umweltverträglich

Jede Seife entsteht aus 100 % Naturmaterialien: regionale Pflanzenöle (Olivenöl aus fairem Handel), Kokosöl, Sheabutter und Kräuter aus dem eigenen Garten oder von lokalen Bioanbauern. Kein Palmöl, keine synthetischen Duffstoffe, keine Komplexchemikalien – nur das, was die Natur gibt. Das Kaltrührverfahren ist energiesparend: Keine hohen Temperaturen, kein Dampf, kein Abfall. Die Verpackung besteht aus Papier und Naturmaterialien.

Richtige Lagerung

Naturseife möchte atmen! Lagere deine Seife luftdurchlässig, trocken und bei Raumtemperatur (ideal 15–20 °C). Eine offene Schale, ein Seifennetz oder ein Baumwolltuch sind perfekt. Feuchte Umgebungen – wie direkt unter der Dusche – lassen die Seife schneller zergehen; eine kleine, luftige Seifenschale mit Ablaufmöglichkeit verlängert die Lebensdauer deutlich. Lagern ohne Licht ist nicht nötig, aber vor Sonnenlicht geschützt ist besser. So hält deine handgemachte Seife 12 bis 18 Monate und wird mit der Zeit sogar noch cremiger.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Kaltrührverfahren?

Das Kaltrührverfahren (Cold Process Soap Making) ist die schonendste Art der Seifenherstellung. Die Öle werden nur auf 30–40 °C erwärmt und mit Natronlauge (NaOH-Wasser) gerührt. Die chemische Reaktion (Verseifung) läuft vollständig während der 4–8 wöchigen Reifezeit ab, ohne externe Wärmezufuhr. Dadurch bleiben wertvolle Inhaltsstoffe und das natürlich entstehende Glycerin erhalten – das ist der Unterschied zu industrieller Seife, bei der Glycerin oft entfernt wird.

Welche Öle verwendest du?

Typischerweise ein Mix aus Olivenöl (ca. 35–40 %), Kokosöl (20–25 %), Sheabutter (10–15 %) und Palmölersatz oder zusätzlich Rapsöl. Jedes Öl hat eine unterschiedliche Fettsäurezusammensetzung: Olivenöl bringt Geschmeidigkeit, Kokosöl schöne Schaummenge, Sheabutter Feuchtigkeit. Alle Öle sind kaltgepresst und bio zertifiziert, soweit möglich regional oder aus fairem Handel.

Wie viel Natronlauge braucht es?

Pro 100 g Gesamtölmenge benötigst du ungefähr 13–15 g reines Natriumhydroxid (NaOH, Ätznatron), gelöst in etwa 25–27 g Wasser (Verhältnis 1:2 bis 1:2,1). Die genaue Menge hängt vom SAP-Wert (Verseifungszahl) der Ölmischung ab. Für Sicherheit und Hautfreundlichkeit arbeite ich mit 5 % Überfettung: Das bedeutet, absichtlich 5 % weniger Lauge zu verwenden, damit überschüssige Öle in der Seife bleiben und hautpflegend wirken.

Ist Natronlauge gefährlich?

Ja, Natriumhydroxid (NaOH) ist ätzend und erfordert Respekt, nicht Angst. Beim Seifensieden trage ich immer Schutzbrille, dicke Gummihandschuhe, lange Ärmel und arbeite in belüfteter Umgebung. Die Regel ist simpel: Lauge zu Wasser, nie umgekehrt – das verhindert gefährliche Spritzer. Nach vollständiger Verseifung (4–8 Wochen) und korrektem pH-Wert (8–9) ist die fertige Seife völlig sicher und hautverträglich.

Wie lange dauert es, bis die Seife einsatzbereit ist?

Nach dem Gießen in die Form kurz 24 Stunden abkühlen und aushärten. Dann kommt die Reifezeit (Cure): Mindestens 4–6 Wochen, bis der Verseifungsprozess vollständig abgelaufen ist und der pH-Wert sinkt. Olivenölseifen brauchen sogar 8–12 Wochen oder länger, um die beste Schaumqualität zu erreichen. Diese Geduld zahlt sich aus: alte Seifen – 3 bis 6 Monate reif – sind cremiger, halten länger und pflegen besser.

Kann ich die Seife auch nach Ablauf noch verwenden?

Absolut. Naturseife wird nicht ranzig wie Butter – sie altert eher wie Wein. Bei kühler, trockener Lagerung bleiben Naturseifen 12–18 Monate vollkommen einsatzbereit, manche sogar länger. Mit der Zeit verliert sie etwas Feuchtigkeit und wird fester und cremiger. Nur wenn sie nach längerer Zeit einen merkwürdigen Geruch bekommt (Ranzidität), solltest du sie ausmusttern. Aber bei richtiger Lagerung passiert das selten.

Warum kosten natürliche Seifen mehr als industrielle?

Weil in jeder handgemachten Seife echte Rohstoffe stecken: hochwertige kaltgepresste Öle, bio Kräuter aus eigenem Anbau oder Biopartner, Zeit und Handwerk. Industrielle Seife wird oft aus billigen Rohölen (mit hohem Palmölanteil) und Chemikalien hergestellt und ist schnell und maschinell produziert. Naturseife braucht Zeit (4–8 Wochen Reifeung), Wissen und liebevolle Handarbeit – jede Seife ist ein kleines Unikat. Dafür bekommst du auch sichtbar bessere Hautverträglichkeit und Schaum, der länger anhält.